Russland-Sanktionen belasten Microsoft-Geschäft

US-Sanktionen gegen Russland belasten Microsoft-Geschäft

Offenbar beeinträchtigen die US-Sanktionen, die im vergangenen Jahr erweitert wurden, das Russlandgeschäft des Software-Unternehmens Microsoft. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein Rundschreiben.

Zwei offizielle Microsoft-Vertriebshändler in Russland meldeten, dass der Verkauf von Software-Produkten an mehr als 200 russische Unternehmen eingeschränkt wurde. Grund für die strengen Auflagen seien die neuen US-Sanktionen gegen Russland, die am 28. November 2017 in Kraft getreten waren.

Eine Vertriebsorganisation, das russische Unternehmen Merlion, schrieb an ihre Partner, dass Lizenzen künftig innerhalb kürzester Zeit oder sogar vorab bezahlt werden müssen. Eine andere Firma RRC warnte vor „folgenschweren Auflagen“ für Produkte des US-Software-Riesen.

Nach Angaben von derStandard.at seien US-Unternehmen von Anwälten darauf hingewiesen worden, dass Bezahlungen an russische Lieferanten künftig schneller als gewöhnlich abgeschlossen werden müssen. Demnach seien Darlehen an russische Finanzunternehmen bzw. Energieunternehmen, die von den US-Sanktionen betroffen sind, von 30 auf 14 Tage bzw. von 90 auf 60 Tage reduziert worden. Verstöße können mit empfindlichen Geldstrafen (bis zu 1 Mio. USD) oder Haftstrafen (bis zu 20 Jahre) belegt werden.

Einschränkungen für westliche Firmen

Zuvor hatten die neuen Einschränkungen insbesondere Konsequenzen für westliche Banken, die Geld an russische Organisationen leihen wollten. Doch die drastische Kürzung der Zahlungsfristen wirkt sich nun auch auf andere Branchen aus. In Russland gilt es als Routine, dass Lieferanten Wochen oder sogar Monate auf eine Begleichung der Schulden warten müssen. Microsoft zählt zu den prominentesten Opfern der neuen Deadline-Regeln für das russisch-amerikanische Geschäft.

Auf Nachfrage von Reuters erklärte das US-amerikanische Amt für Kontrolle von Auslandsvermögen, dass US-Unternehmen bei Gefahr einer möglichen Zahlungsverzögerung eine Sonderlizenz beantragen müssen. Die Pressestelle von Microsoft wiederum erwiderte, dass sich das Unternehmen stets an rechtliche Anforderungen halte und dieselben Ansprüche an seine internationalen Geschäftspartner stelle.

Microsoft-Software auf der Krim

Im Oktober 2017 ist bekannt geworden, dass Firmen, die auf der Halbinsel Krim ansässig sind, sanktionswidrig in den Besitz von Microsoft-Software gelangt waren. Es handelte sich um über 5.000 Lizenzen im Gesamtwert von mehr als 877.000 Euro. Medienberichten zufolge sei die Transaktion über Zwischenhändler und Tochterfirmen möglich geworden.

Bis zum 29. Januar 2018 muss das US-Finanzministerium auf Grundlage der US-Sanktionen, die im August 2017 von Trump unterzeichnet wurden, eine Liste Putin-naher Oligarchen veröffentlichen. Experten zufolge könnte diese Liste später zu einer Erweiterung der offiziellen Sanktionsliste führen.

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